Ratgeber · Befestigung an der Fassade
Wo das Wasser zwischen Dach und Wand verschwindet
Die Stelle, an der ein Dach auf eine Wand trifft, ist die empfindlichste der ganzen Konstruktion. Dort entscheidet sich, ob die Fassade trocken bleibt.
Eine Überdachung sammelt Wasser und führt es ab. Solange es über die Fläche läuft, ist alles einfach. Kritisch wird es dort, wo die Fläche endet und die Wand beginnt, denn genau diese Fuge arbeitet, bewegt sich und ist dem Schlagregen am stärksten ausgesetzt.
Warum die Fuge arbeitet
Aluminium dehnt sich bei Erwärmung deutlich stärker aus als Mauerwerk. Eine sechs Meter lange Profilschiene wird an einem heißen Sommertag mehrere Millimeter länger als im Winter. Die Wand macht diese Bewegung nicht mit.
Deshalb kann die Verbindung nicht starr sein. Sie muss die Bewegung aufnehmen und trotzdem dicht bleiben. Eine Fuge, die einfach mit Dichtstoff zugedrückt wird, reißt nach wenigen Jahreszyklen auf, meist zuerst in der Mitte der Länge.
Hinzu kommt der Wind. Schlagregen trifft eine Hauswand nicht von oben, sondern waagerecht, und drückt Wasser in jede Öffnung, die nach vorn offen steht. Eine Abdichtung, die nur gegen fallendes Wasser gedacht ist, versagt bei der ersten Gewitterfront.
- Temperaturdehnung über die ganze Länge
- Schlagregen wirkt waagerecht
- Dichtstoff allein ist keine Lösung
- Bewegung muss aufgenommen werden
Aufbau eines dichten Anschlusses
Der bewährte Aufbau arbeitet mit zwei Ebenen. Vorn sitzt eine Blende oder ein Profil, das den größten Teil des Wassers abweist. Dahinter liegt eine zweite Ebene, die das durchkommende Wasser auffängt und nach vorn in die Rinne zurückführt.
Die obere Kante wird in die Wand eingebunden, entweder in eine gefräste Nut oder unter ein Abschlussprofil, das mechanisch befestigt und zusätzlich abgedichtet wird. Dichtstoff ist dabei die letzte Sicherung, nicht die erste.
Wichtig ist das Gefälle. Das Anschlussprofil muss so sitzen, dass Wasser von der Wand weg läuft und nicht dahinter. Schon eine leichte Neigung zur falschen Seite reicht, damit sich hinter der Blende Wasser sammelt.

Putz, Klinker, Dämmung
Auf einer verputzten Wand ist der Anschluss am einfachsten. Der Putz wird aufgeschnitten, das Profil eingesetzt, und anschließend wird die Stelle wieder geschlossen. Das Ergebnis sieht aus, als wäre es immer so gewesen.
Klinker verlangt mehr Sorgfalt. Geschnitten wird in der Lagerfuge, nicht im Stein, und die Fuge wird danach fachgerecht neu verschlossen. Bei zweischaligem Mauerwerk kommt hinzu, dass die Luftschicht dahinter nicht zur Wasserfalle werden darf.
Bei gedämmten Fassaden liegt die eigentliche Dichtebene nicht außen, sondern an der tragenden Wand darunter. Das Profil muss deshalb bis dorthin durchgeführt oder sauber an die vorhandene Abdichtung angeschlossen werden, sonst läuft Wasser in die Dämmung.
- Putz: schneiden, einsetzen, schließen
- Klinker: in der Lagerfuge arbeiten
- Zweischalig: Luftschicht freihalten
- Gedämmt: bis zur tragenden Ebene
Typische Fehlerbilder
Das häufigste Bild ist ein dunkler Streifen an der Wand unterhalb des Anschlusses, der nach jedem Regen erscheint und langsam wieder trocknet. Dahinter steckt meist eine Blende ohne zweite Ebene oder ein Profil mit Gefälle zur Wand hin.
Ein zweites Bild sind Tropfen, die innen an der Unterseite des Dachs entlanglaufen und erst weit vorn herunterfallen. Hier kommt das Wasser oben hinein und wandert an der Profilunterseite nach vorn, bis es abreißt.
Prüfen lässt sich das mit einem Gartenschlauch. Wasser von unten schräg gegen den Anschluss gerichtet zeigt in wenigen Minuten, ob die Konstruktion auch gegen Schlagregen dicht ist.
Kontrolle im Betrieb
Ein korrekt ausgeführter Anschluss braucht wenig Pflege, aber eine jährliche Sichtkontrolle lohnt sich. Angesehen wird die obere Fuge über die ganze Länge, dazu die Stellen, an denen Profile stoßen, denn dort liegen die Schwachpunkte.
Dichtstoff ist ein Verschleißteil. Er bleibt zehn bis fünfzehn Jahre elastisch und wird danach spröde. Wer ihn erneuert, bevor er reißt, verhindert, dass Wasser überhaupt erst hinter die Konstruktion gelangt.
Hinzu kommt die Rinne. Läuft sie über, weil Laub den Ablauf verstopft, steigt der Wasserstand bis an die Anschlusshöhe, und dann hilft die beste Ausführung nichts mehr. Die Reinigung der Rinne gehört deshalb zur Pflege des Anschlusses dazu.
Wie wir das in der Ausführung umsetzen, steht auf der Seite Befestigung an der Fassade.
Kurz zusammengefasst
Häufige Fragen
Reicht Silikon für die Fuge aus?
Als alleinige Abdichtung nicht. Der Anschluss braucht eine mechanische Lösung mit Profil und Rückführung; Dichtstoff sichert nur die letzte Fuge.
Muss in die Fassade geschnitten werden?
In den meisten Fällen ja, zumindest im Putz oder in der Lagerfuge. Alternativ arbeitet man mit einem aufgesetzten Profil, das allerdings sichtbarer bleibt.
Was passiert bei einer gedämmten Fassade?
Der Anschluss wird bis zur tragenden Wand geführt oder an die vorhandene Abdichtung angeschlossen. Ein Abdichten nur außen reicht dort nicht.
Wie lange hält die Abdichtung?
Die mechanischen Teile halten so lange wie die Konstruktion. Elastische Dichtstoffe werden nach etwa zehn bis fünfzehn Jahren erneuert.
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