Ratgeber · Entwässerung, Hausanschluss

Reicht das vorhandene Rohr

Ein Fallrohr steht meist schon da. Ob es die zusätzliche Fläche verträgt, ist eine Frage des Querschnitts.

Die naheliegende Lösung ist, das Wasser der neuen Überdachung in ein vorhandenes Fallrohr zu geben. Das spart Aufwand und sieht aufgeräumt aus. Ob es funktioniert, entscheidet sich an wenigen Zahlen.

Was ein Fallrohr leistet

Die Leistung eines Fallrohrs hängt am Querschnitt und an der Art, wie das Wasser hineinläuft. Ein übliches Rohr am Einfamilienhaus ist für die Dachfläche ausgelegt, die darüber liegt, und hat selten große Reserven.

Gerechnet wird mit einer Regenspende, also einer Niederschlagsmenge je Zeiteinheit, die für die Region angesetzt wird. Daraus und aus der angeschlossenen Fläche ergibt sich der nötige Querschnitt.

Zu wenig Querschnitt zeigt sich nicht bei normalem Regen, sondern beim Gewitterschauer. Dann steht das Wasser in der Rinne, läuft über die Kante und landet dort, wo es nicht hingehört, häufig direkt an der Hauswand.

  • Querschnitt bestimmt die Leistung
  • Regenspende je nach Region
  • Vorhandene Rohre haben wenig Reserve
  • Probleme zeigen sich beim Starkregen

Wann es zu klein wird

Als Faustwert gilt: Eine zusätzliche Fläche von mehr als etwa einem Drittel der bisher angeschlossenen Fläche ist ohne Prüfung kritisch. Darunter geht es oft, darüber selten.

Hinzu kommt die Lage des Anschlusses. Wird das Wasser weit oben eingeleitet, hat es im Rohr noch Weg zum Beschleunigen. Ein Anschluss kurz über dem Bodeneinlauf staut dagegen leicht zurück.

Auch das Alter spielt mit. Ein Rohr, das innen bereits mit Ablagerungen belegt ist, hat weniger freien Querschnitt, als sein Außenmaß vermuten lässt. Vor dem Anschluss lohnt deshalb ein Blick hinein.

Dachfläche und Entwässerung einer Überdachung

Anschluss an das vorhandene Rohr

Technisch geschieht der Anschluss über ein Abzweigstück, das in das Rohr eingesetzt wird. Die Leitung der Überdachung mündet dort mit leichtem Gefälle und in Fließrichtung, nie entgegen.

Wichtig ist, dass die Verbindung lösbar bleibt. Setzt sich der Abzweig mit Laub zu, muss man ihn öffnen können, ohne das gesamte Rohr zu zerlegen. Ein Reinigungsstück an der tiefsten Stelle hilft zusätzlich.

Nicht zulässig ist es, einfach in ein vorhandenes Rohr zu bohren und ein Rohr hineinzustecken. Solche Lösungen halten nicht dicht, reißen bei Frost auf und verursachen genau die Feuchteschäden, die man vermeiden wollte.

  • Abzweigstück statt Bohrung
  • Einleitung in Fließrichtung
  • Verbindung muss lösbar bleiben
  • Reinigungsstück unten einplanen

Eigenes Rohr als saubere Lösung

Oft ist ein eigenes Fallrohr die bessere Wahl. Es ist unabhängig vom Bestand, lässt sich auf die tatsächliche Fläche auslegen und kann dort geführt werden, wo es am wenigsten stört, etwa hinter einem Pfosten.

Viele Systeme bieten dafür die Entwässerung im Pfosten an. Das Rohr verschwindet vollständig in der Konstruktion, es gibt keine sichtbare Leitung an der Fassade, und der Ablauf liegt direkt am Fuß.

Wo das Wasser in eine Mulde oder Rigole geht, ist ein eigenes Rohr ohnehin einfacher. Die Leitung führt dann vom Pfosten direkt dorthin, ohne Umweg über den Bestand.

Frostsicherheit, Rückstau

Im Winter friert zuerst, was wenig Gefälle hat und flach liegt. Eine Leitung, die mit zu geringem Gefälle verlegt wird, hält Restwasser, und dieses Wasser sprengt bei Frost die Verbindung auf.

Ebenso wichtig ist der Übergang in den Boden. Ein Bodeneinlauf mit Laubfang hält grobes Material zurück und lässt sich reinigen. Ohne ihn setzt sich die unterirdische Leitung zu, und die Stelle ist dann nur mit Aufgraben erreichbar.

Wo Rückstau aus dem Kanal möglich ist, gehört eine entsprechende Sicherung dazu. Bei Starkregen kann Wasser sonst den umgekehrten Weg nehmen und auf der Terrasse austreten. Welche Sicherung nötig ist, sagt der Entwässerungsbetrieb, und sie gehört in dieselbe Abstimmung wie der Anschluss selbst.

Wie wir das in der Ausführung umsetzen, steht auf der Seite Entwässerung, Hausanschluss.

Kurz zusammengefasst

Was ein Fallrohr leistetDie Leistung eines Fallrohrs hängt am Querschnitt und an der Art, wie das Wasser hineinläuft.
Wann es zu klein wirdAls Faustwert gilt: Eine zusätzliche Fläche von mehr als etwa einem Drittel der bisher angeschlossenen Fläche ist ohne…
Anschluss an das vorhandene RohrTechnisch geschieht der Anschluss über ein Abzweigstück, das in das Rohr eingesetzt wird.

Häufige Fragen

Kann ich einfach an das vorhandene Rohr anschließen?

Nur nach Prüfung des Querschnitts. Eine zusätzliche Fläche von mehr als etwa einem Drittel überfordert übliche Rohre häufig.

Sieht man das neue Rohr?

Nicht zwingend. Viele Systeme führen die Entwässerung im Pfosten, sodass keine Leitung an der Fassade sichtbar bleibt.

Was passiert bei Frost?

Mit ausreichendem Gefälle bleibt kein Restwasser stehen. Problematisch sind flach verlegte Leitungen und verstopfte Abläufe.

Brauche ich einen Laubfang?

Er ist sehr zu empfehlen. Ohne ihn setzt sich die unterirdische Leitung zu, und die Reinigung wird aufwendig.

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