Ratgeber · Objekt, Außengastronomie

Wo die Stützen stehen dürfen

Vor einem Lokal geht es nicht um vier Meter, sondern um zwölf. Solche Breiten entstehen aus mehreren Feldern.

Bei gewerblichen Flächen ist selten die Größe das Problem, sondern die Frage, wo Stützen stehen. Jede von ihnen kostet einen Platz oder einen Weg, und jede, die entfällt, kostet Material.

Felder statt einer Fläche

Große Überdachungen werden aus Modulen gebildet. Ein Feld ist der Bereich zwischen zwei Stützen; mehrere Felder nebeneinander ergeben die Gesamtbreite, und nach oben gibt es dabei praktisch keine Grenze.

Üblich sind Feldbreiten zwischen drei und fünf Metern. In diesem Bereich bleiben die Profilquerschnitte schlank, die Teile sind transportabel, und die Montage läuft ohne schweres Gerät.

Die Tiefe wird unabhängig davon betrachtet. Sie bestimmt die Länge der Sparren und damit, wie kräftig sie ausfallen müssen. Bei Tiefen über vier Metern wird meist eine zusätzliche Reihe von Auflagern nötig.

  • Feld ist der Bereich zwischen zwei Stützen
  • Drei bis fünf Meter sind üblich
  • Breite nach oben kaum begrenzt
  • Tiefe bestimmt die Sparren

Was eine Stütze einspart

Die Beanspruchung eines Trägers wächst überproportional mit seiner Spannweite. Eine Verdopplung der freien Länge bedeutet nicht die doppelte, sondern ein Vielfaches der Belastung.

Deshalb ist eine zusätzliche Stütze fast immer billiger als ein größerer Querschnitt. Sie senkt die Durchbiegung, erlaubt schlankere Profile und verbessert nebenbei das Verhalten bei Wind.

Umgekehrt heißt das: Wer eine Stütze weglassen will, zahlt dafür mit Material und mit optisch kräftigeren Trägern. Das ist möglich, sollte aber bewusst entschieden werden, nicht nebenbei.

Überdachte Außenfläche mit mehreren Feldern

Wo Stützen am wenigsten stören

Zu bedenken ist auch die Breite der Stütze selbst. Ein schlankes Profil verschwindet zwischen zwei Tischen, ein kräftiges mit Verkleidung braucht spürbar Platz und wirkt im Raum anders.

Die beste Position ist dort, wo ohnehin niemand läuft. In der Praxis sind das die Außenkanten, die Übergänge zwischen zwei Sitzgruppen und die Linie entlang eines Pflanzkübels oder eines Windschutzelements.

Schlecht sind Stützen in der Mitte eines Durchgangs, direkt vor einem Eingang und dort, wo Servicewege verlaufen. Ein Weg, den das Personal zwanzigmal am Abend geht, sollte frei sein.

Hilfreich ist, die Bestuhlung vorab zu planen und die Stützen danach zu setzen, nicht umgekehrt. Vier Tische weniger kosten über eine Saison mehr als zwei kräftigere Träger.

  • Außenkanten und Übergänge nutzen
  • Servicewege freihalten
  • Eingänge nicht verstellen
  • Bestuhlung vor der Konstruktion planen

Auskragen ohne vordere Stützen

Wo vorn keine Stützen möglich sind, etwa auf einem Gehweg, kommt die auskragende Lösung. Sie ist allein an der Hauswand befestigt und trägt sich über Konsolen, die das Moment in die Fassade leiten.

Die Grenze liegt bei etwa drei bis vier Metern Auskragung, abhängig vom Untergrund. Entscheidend ist dabei nicht die Konstruktion, sondern die Fassade, denn dort kommen die Kräfte an.

Vor einer auskragenden Lösung gehört eine Prüfung des Untergrunds dazu, oft mit Auszugsversuch. Eine Zahl aus dem Prüfgerät ist dort mehr wert als jede Erfahrung.

Aufteilung im Betrieb mitdenken

Felder haben einen praktischen Vorteil, der oft übersehen wird: Sie lassen sich getrennt steuern. Ein Teil der Fläche kann geschlossen sein, während der andere offen bleibt.

Das hilft bei wechselndem Wetter und bei unterschiedlicher Auslastung. Mittags reicht oft ein Teil der Fläche, abends wird alles gebraucht, und die Steuerung kann beides abbilden.

Sinnvoll ist, die Felder entlang der tatsächlichen Nutzung zu schneiden. Ein Feld, das halb zum Raucherbereich und halb zum Familienbereich gehört, lässt sich nie passend schalten. Das klingt nach einer Kleinigkeit, entscheidet im Alltag aber darüber, ob die Steuerung tatsächlich genutzt wird. Wo die Aufteilung nicht zur Nutzung passt, bleibt am Ende alles offen oder alles geschlossen, und der Vorteil mehrerer Felder geht verloren.

Wie wir das in der Ausführung umsetzen, steht auf der Seite Objekt, Außengastronomie.

Kurz zusammengefasst

Felder statt einer FlächeGroße Überdachungen werden aus Modulen gebildet.
Was eine Stütze einspartDie Beanspruchung eines Trägers wächst überproportional mit seiner Spannweite.
Wo Stützen am wenigsten störenEin schlankes Profil verschwindet zwischen zwei Tischen, ein kräftiges mit Verkleidung braucht spürbar Platz und wirkt im…

Häufige Fragen

Wie breit kann ein Feld sein?

Üblich sind drei bis fünf Meter. Mehr ist möglich, verlangt aber deutlich kräftigere Profile.

Kann ich ganz auf vordere Stützen verzichten?

Bis etwa drei bis vier Meter Auskragung ja, wenn die Fassade die Kräfte aufnimmt. Das wird vorher geprüft.

Lassen sich Felder getrennt bedienen?

Ja. Das ist bei wechselnder Auslastung einer der größten Vorteile einer mehrfeldrigen Anlage.

Was kostet eine Stütze weniger?

Material und kräftigere Träger. In der Regel ist die zusätzliche Stütze die günstigere Lösung.

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Nennen Sie uns die Maße und die Bestuhlung, dann legen wir die Felder danach.