Ratgeber · Bestandsterrasse, Nachrüstung

Fundamente unter fertiger Fläche

Eine Überdachung braucht Punkte, über die ihre Last in den Boden geht. Im Bestand müssen diese Punkte nachträglich entstehen.

Wo bereits eine Terrasse liegt, ist der Belag fertig, das Gefälle stimmt, und alles sieht aus wie gewünscht. Für die Pfosten der neuen Überdachung muss diese Fläche trotzdem geöffnet werden, es sei denn, darunter liegt bereits etwas Tragfähiges.

Warum Splitt nicht trägt

Ein üblicher Terrassenaufbau besteht aus Platten, einer Splittschicht und einer Tragschicht aus Schotter. Das reicht für Möbel und für Menschen, aber nicht für die punktuelle Last eines Pfostens.

Unter einem Pfosten wirken schnell mehrere hundert Kilogramm auf wenige Quadratzentimeter. Eine Splittschicht gibt unter dieser Belastung nach, der Pfosten sackt ein, und die Konstruktion verzieht sich.

Hinzu kommt der Wind. Er zieht an derselben Stelle nach oben, und dagegen hilft nur Masse. Ein Fundament ist deshalb nicht nur Auflager, sondern auch Gegengewicht gegen das Abheben.

  • Splitt gibt unter Punktlast nach
  • Mehrere hundert Kilogramm je Pfosten
  • Wind zieht zusätzlich nach oben
  • Masse wirkt gegen das Abheben

Frosttiefe und Abmessungen

Ein Fundament muss unterhalb der Frostgrenze gegründet sein, sonst hebt es im Winter an und senkt sich im Frühjahr wieder. In Deutschland wird üblicherweise mit achtzig Zentimetern gerechnet, in Höhenlagen mit mehr.

Die Grundfläche ergibt sich aus der Last und aus der Tragfähigkeit des Bodens. Übliche Punktfundamente messen etwa vierzig mal vierzig bis sechzig mal sechzig Zentimeter; bei weichem Untergrund wird die Fläche größer.

Eingebaut wird eine Ankerplatte oder eine Gewindestange, auf der später der Pfosten sitzt. Ihre Lage muss auf wenige Millimeter stimmen, deshalb wird sie mit einer Schablone eingemessen, bevor der Beton anzieht.

Terrassenfläche vor dem Setzen der Fundamente

Der Ablauf im Bestand

Zuerst werden die Positionen eingemessen und auf dem Belag markiert. Dann wird genau dort der Belag geöffnet, meist ein Feld von etwa einem halben Meter Kantenlänge je Punkt, und die Platten werden beiseitegelegt.

Danach folgt der Aushub bis zur erforderlichen Tiefe, das Einbringen des Betons und das Setzen der Ankerplatte. Der Beton braucht anschließend Zeit; belastet wird frühestens nach mehreren Tagen.

Zum Schluss wird der Belag wieder geschlossen. Mit etwas Sorgfalt sieht man hinterher wenig davon, vorausgesetzt die Platten ließen sich unbeschädigt aufnehmen und es gibt noch Ersatz für die, die gebrochen sind.

  • Positionen einmessen und markieren
  • Belag punktuell öffnen
  • Aushub, Beton, Ankerplatte
  • Aushärten abwarten, dann schließen

Wenn eine Betonplatte darunter liegt

Der günstigste Fall ist eine durchgehende Betonplatte unter dem Belag. Dann entfällt der Aushub vollständig, und die Pfosten werden direkt auf die Platte gedübelt.

Vorausgesetzt ist, dass die Platte ausreichend dick und bewehrt ist und selbst frostfrei gegründet. Eine dünne Platte, die nur als Sauberkeitsschicht eingebaut wurde, trägt die Punktlast nicht und täuscht Tragfähigkeit nur vor.

Eine Probeöffnung von der Größe einer Platte klärt das in einer halben Stunde. Sie kostet wenig und entscheidet darüber, ob Erdarbeiten im Angebot stehen müssen oder nicht.

Zugang, Aushub, Entsorgung

Der größte Kostenfaktor ist nicht der Beton, sondern der Weg dorthin. Lässt sich mit einem kleinen Bagger an die Stelle fahren, sind die Punkte an einem Tag gesetzt.

Muss von Hand ausgehoben werden, weil nur ein schmaler Durchgang oder eine Treppe zur Fläche führt, dauert derselbe Arbeitsschritt deutlich länger. Dasselbe gilt für den Abtransport des Aushubs.

Aushub ist außerdem zu entsorgen, und das ist ein eigener Posten. Wer Platz im Garten hat, kann ihn dort unterbringen und spart diesen Betrag; sonst wird er abgefahren und nach Gewicht abgerechnet. Wie viel anfällt, lässt sich vorher gut abschätzen: Je Fundament sind es etwa zwei Schubkarren, bei vier Punkten also eine überschaubare Menge, die eine kleine Mulde aufnimmt. Wir weisen diesen Posten im Angebot getrennt aus, damit Sie entscheiden können, ob der Aushub bleibt oder geht.

Wie wir das in der Ausführung umsetzen, steht auf der Seite Bestandsterrasse, Nachrüstung.

Kurz zusammengefasst

Warum Splitt nicht trägtEin üblicher Terrassenaufbau besteht aus Platten, einer Splittschicht und einer Tragschicht aus Schotter.
Frosttiefe und AbmessungenEin Fundament muss unterhalb der Frostgrenze gegründet sein, sonst hebt es im Winter an und senkt sich im Frühjahr wieder.
Der Ablauf im BestandZuerst werden die Positionen eingemessen und auf dem Belag markiert.

Häufige Fragen

Muss die ganze Terrasse aufgerissen werden?

Nein. Geöffnet wird nur dort, wo Pfosten stehen, in der Regel ein kleines Feld je Punkt.

Wie tief muss ein Fundament sein?

Unterhalb der Frostgrenze, üblicherweise etwa achtzig Zentimeter. In Höhenlagen wird tiefer gegründet.

Kann ich auf eine Betonplatte dübeln?

Wenn sie ausreichend dick, bewehrt und frostfrei gegründet ist, ja. Eine Probeöffnung zeigt, ob das zutrifft.

Wie lange muss der Beton aushärten?

Belastet wird frühestens nach mehreren Tagen. Der Montagetag wird entsprechend später gelegt.

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