Ratgeber · Aufmaß, Montagetag, Ablauf

Der letzte Termin zählt

Mit der Übergabe endet die Montage. Was dort festgehalten wird, zählt später mehr als jede mündliche Zusage.

Am Ende eines Montagetags steht ein gemeinsamer Rundgang. Er dauert selten länger als eine Viertelstunde, entscheidet aber darüber, wie offene Punkte später behandelt werden und was Sie an Unterlagen in der Hand haben.

Was geprüft wird

Zuerst wird die Funktion vorgeführt. Bei beweglichen Anlagen heißt das ein vollständiger Durchlauf in beide Richtungen, bei Lamellen das Drehen über den ganzen Bereich, bei Glasschiebeelementen das Verfahren und Verriegeln.

Danach folgt die Optik. Angesehen werden Oberflächen auf Kratzer und Beschädigungen, Fugen auf gleichmäßige Breite und die Dichtungen auf sauberen Sitz. Das geschieht gemeinsam, weil Mängel nur zählen, wenn beide Seiten sie gesehen haben.

Zuletzt wird die Entwässerung geprüft. Mit etwas Wasser lässt sich in wenigen Minuten feststellen, ob die Fläche vollständig zur Rinne hin entwässert und ob der Ablauf frei ist.

  • Funktion in beide Richtungen
  • Oberflächen und Fugen
  • Dichtungen auf Sitz
  • Entwässerung mit Wasser geprüft

Das Protokoll

Alles, was auffällt, kommt in ein kurzes Protokoll. Es nennt den Punkt, die Stelle und, wo das sinnvoll ist, eine Frist. Beide Seiten unterschreiben, und jede bekommt eine Ausfertigung.

Wichtig ist, auch Kleinigkeiten aufzunehmen. Ein Kratzer an einem Profil, der heute belanglos wirkt, lässt sich nach einem halben Jahr nicht mehr zuordnen, und dann ist unklar, ob er vom Aufbau stammt oder vom Gebrauch.

Umgekehrt gilt: Was nicht im Protokoll steht, gilt als in Ordnung übernommen. Nehmen Sie sich deshalb die Zeit für den Rundgang, auch wenn der Tag lang war.

Fertige Überdachung am Tag der Übergabe

Die Einweisung

Wie lange der Rundgang dauert, hängt vom Umfang ab. Bei einer Markise sind zehn Minuten genug, bei einem Wintergarten mit Schiebeelementen und Lüftung eher eine halbe Stunde, weil mehr Funktionen vorzuführen sind.

Die Monteure zeigen die Bedienung, und zwar nicht nur den Normalfall. Dazu gehört, wie sich die Anlage ohne Strom bewegen lässt, wie die Automatik eingestellt wird und was im Winter zu beachten ist.

Bei Anlagen mit Fernbedienung gehört das Anlernen weiterer Sender dazu. Wer später einen zweiten Handsender oder eine Wandtaste möchte, sollte wissen, wie das funktioniert, oder es zumindest notiert haben.

Hilfreich ist, bei der Einweisung jemanden dabeizuhaben, der die Anlage ebenfalls bedienen wird. Erfahrungsgemäß erinnert sich eine Person allein nach drei Monaten nur noch an die Hälfte.

  • Bedienung im Normalfall
  • Notbedienung ohne Strom
  • Einstellung der Automatik
  • Hinweise für den Winter

Welche Papiere Sie bekommen

Zur Übergabe gehören die Bedienungsanleitung, die Pflegehinweise, die Angaben zur Auslegung und, wo vorhanden, die Unterlagen zur Statik. Dazu kommen Datenblätter zu Motoren, Sensoren und Steuerung.

Bewahren Sie diese Unterlagen zusammen auf. Gebraucht werden sie beim Verkauf des Hauses, bei einer späteren Erweiterung und wenn nach einem Unwetter eine Versicherung Fragen stellt.

Fotografieren Sie das Typenschild und die Anlagennummer. Damit lassen sich Ersatzteile Jahre später eindeutig bestimmen, auch wenn die Papiere verlegt wurden.

Mängel und Restarbeiten

Nicht jede Montage endet vollständig. Manchmal fehlt ein Bauteil, manchmal verhindert Regen eine Abdichtung, manchmal zeigt sich erst vor Ort, dass ein Zusatzteil gebraucht wird.

Solche Restarbeiten stehen im Protokoll mit einem Termin. Die Anlage ist trotzdem nutzbar, und die Abnahme selbst wird davon nicht aufgehoben, solange der offene Punkt klar bezeichnet ist.

Zeigen sich später Mängel, die am Übergabetag nicht sichtbar waren, bleibt die Gewährleistung davon unberührt. Melden Sie sie, sobald sie auffallen, am besten mit einem Foto und einer kurzen Beschreibung. Je früher das geschieht, desto einfacher ist die Zuordnung, und desto seltener wird aus einer Kleinigkeit ein größerer Schaden. Für Fragen zwischendurch genügt in der Regel ein Anruf; nicht jede Meldung braucht einen Ortstermin, und vieles lässt sich anhand eines Bildes bereits einschätzen.

Wie wir das in der Ausführung umsetzen, steht auf der Seite Aufmaß, Montagetag, Ablauf.

Kurz zusammengefasst

Was geprüft wirdZuerst wird die Funktion vorgeführt.
Das ProtokollAlles, was auffällt, kommt in ein kurzes Protokoll.
Die EinweisungWie lange der Rundgang dauert, hängt vom Umfang ab.

Häufige Fragen

Muss ich bei der Abnahme dabei sein?

Ja. Mängel zählen nur, wenn beide Seiten sie gesehen und im Protokoll festgehalten haben.

Was, wenn mir später etwas auffällt?

Dann melden Sie es. Mängel, die am Übergabetag nicht sichtbar waren, fallen weiterhin unter die Gewährleistung.

Welche Unterlagen sollte ich aufheben?

Bedienung, Pflege, Auslegung, Statik und die Datenblätter zu Motoren und Steuerung, am besten zusammen an einem Ort.

Kann die Anlage mit Restarbeiten genutzt werden?

In der Regel ja, solange der offene Punkt im Protokoll steht und die Sicherheit nicht betroffen ist.

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